1. Frauen | TSV Hahlen - HSG EURo 24:26 (14:16)

4.02.19 Von: MT-Online

Oberliga: Keiner kann Derbys wie die EURo-Ladies. Minden (kwo). Die Handballerinnen der HSG EURo scheinen dieses Jahr die stärkste Kraft des Kreises zu sein. Der Aufsteiger gewann in der Oberliga im dritten Derby zum dritten Mal. Nach dem 26:24-Sieg gegen den TSV Hahlen rangiert die HSG auf Platz acht der Tabelle und kann am kommenden Freitag beim HSV Minden-Nord (20.30 Uhr) ihre Stellung als aktuelle Nummer eins im Mühlenkreis festigen. Die Hahlerinnen schaffen es dagegen wiederholt nicht, gegen einen schlagbaren Gegner zu punkten.

EURos Caro Pagels (links) und Tina Tegtmeyer (verdeckt) stürmten nach dem Derbysieg gegen Hahlen zu Torhüterin Nicole Mindt (rechts) und nahmen die Matchwinnerin in die Arme. (© Foto: Matthias Kwoll)

Der Tag begann für EURo-Trainer Matthias Bredemeier mit einer Hiobsbotschaft. „Rahel Rodehau hatte mich am Morgen informiert, dass sie krank ist. Dementsprechend konnte ich sie nur begrenzt einsetzen", so der HSG-Übungsleiter. Auf der anderen Seite ging die zuletzt überragende Julia Sayer ebenfalls gehandicapt für Hahlen ins Spiel.

Der Start gehörte den Hahlerinnen. Mit einer aggressiven Abwehr nahmen die Gastgeberinnen dem HSG-Angriff den Wind aus den Segeln. „Wir haben zu Beginn sehr gut gegen ihre versuchten Durchbrüche gedeckt", lobte TSV-Coach Sebastian Winkler. Nach zehn Minuten führte Hahlen mit 5:1 und zwang Gästetrainer Bredemeier zu einer Auszeit. Der bemängelte das fehlende Selbstvertrauen seiner Sieben im Offensivspiel. Das holte sie sich, wie so häufig in dieser Saison, dann in der Defensive. „Als die Abwehr stand, haben wir im Angriff befreiter aufgespielt", so Bredemeier. Sein Team war beim 5:4 (14.) dran, glich beim 12:12 (25.) aus, und zog schließlich zur Halbzeit auf 14:16 vorbei.

Aus der Pause kamen aber wiederum die TSV-Spielerinnen besser. Angeführt von der besten Hahlerin des Tages, Jana Funk, kämpfte sich die Winker-Sieben auf 18:18 heran. Ein Funk- Treffer und ein weiterer von Julia Sayer brachte die abstiegsbedrohten Gastgeberinnen mit 20:18 in Front. Nach wieder exakt zehn Minuten im zweiten Abschnitt nahm Bredemeier die Auszeit. Und wieder schien er die richtigen Worte zu finden. Im Angriff brachte er die angeschlagene Rahel Rodehau, die schnell die Zügel in die Hand nahm. Auf der anderen Seite ging Hahlen zu fahrlässig mit den Chancen um. Besonders Dovile Mizutyte und Vanessa Olbrich fanden von Rechtsaußen in EURo-Keeperin Nicole Mindt ihre Meisterin. „Das war unsere Blackoutphase" sagte Winkler über den Knackpunkt der Partie. EURo zog wieder auf 20:22 (50.) vorbei. Und auch ohne die in der Schlussphase umgeknickte Rahel Rodehau brachte die Spielgemeinschaft den Sieg unter Dach und Fach.

„Die Niederlage haben wir uns selber zuzuschreiben. EURo war heute definitiv schlagbar, da brauchen wir die Schuld nicht woanders zu suchen", war Winkler nach dem Spiel durchaus bedient. Das Fazit seines Gegenübers fiel selbstverständlich positiver aus. „Das Spiel hätte zu beiden Seiten kippen können. Am Ende haben uns die Paraden von Nicole Mindt den Sieg gesichert", so Bredemeier, der den Sieg als zusätzliches Geschenk seiner Mannschaft zu seinem 40. Geburtstag tags zuvor sah. Sieg und Geburtstag wurden deshalb standesgemäß abends im Fort C in Minden gefeiert.

TSV Hahlen: Kaiser, Krömer - Funk 8, Wiese 5, Schubauer 3, Sayer 3, Rose 2, Messerschmid 1, Borgmann 1, Meyer 1, Mizutyte, Domke, Olbrich, Schumacher

HSG EURo: Pagels, Mindt - Kleine 8/4, Heuser 4, Ra. Rodehau 4, Zydel 4, Rh. Rodehau 3, Büsching 2, J. Rodehau 1, Tegtmeyer, Arendt, Danneberg, Bredemeier