1. Frauen | HSV Minden-Nord - HSG EURo 27:20 (14:9)

9.02.19 Von: MT-Online

Oberliga: Stimmung auf Kommando beim Derbysieg des HSV Minden-Nord gegen die HSG EURo.

Die verletzte HSV-Spielerin Anna-Lena Bergmann bejubelt den Treffer von Josi Kelle zum 24:17. EURos beste Torschützin Lara Kleine hadert noch mit einem Fehler einer Mitspielerin, der zum Gegentor führte. (© Foto: Bendig)

Minden (cb). Die Emotionen auf den Auswechselbänken waren das perfekte Spiegelbild des Oberligaderbys zwischen dem HSV Minden-Nord und der HSG EURo. Während sich die mit 27:20 (14:9) siegreichen HSV-Handballerinen nach schlechten Aktionen aufmunterten und Torerfolge sowie Ballgewinne in der Abwehr feierten, blickten die EURo-Spielerinnen zumeist resignierend und enttäuscht über die eigene Leistung drein.

In der Stimmung im Team erkannte HSV-Trainer Olaf Grintz denn auch den siegbringenden Faktor. „Die Mädels sollten sich endlich einmal in der Abwehr abklatschen und auf der Bank sollte auch endlich einmal gejubelt werden.“ Es entstand der von Grintz, dessen Team in den vergangenen Wochen schwächelte, gewünschte Effekt: „Jede sollte wissen, dass wenn sie einen Fehler macht, der von der Mitspielerinnen wieder aufgefangen wird.“

Die Stimmungsaufhellung auf des Trainers Kommando schien zu funktionieren. Denn in der Anfangsphase unterliefen beiden Mannschaften reichlich Fehler. Insbesondere in der Offensive lief sowohl beim Handballspielverbund als auch beim Aufsteiger das Spielgerät eher schleppend durch die eigenen Reihen oder fand häufiger die Mitspielerin nicht.

Die Gastgeberinnen befreiten sich vor der gut gefüllten Tribüne von diesem Ballast. Angeführt von Spielmacherin Sarah Kehde lösten sich die Grün-Schwarzen bis zur zehnten Minute auf 5:2. Bis dahin fand der EURo-Rückraum bis auf wenige Ausnahmen gar nicht statt, weil die defensive 5:1-Abwehr mit Kehde auf der Spitze den EURo-Spielfluss erfolgreich unterband. „Das hatten wir so besprochen“, freute sich Grintz über die gelungene Umsetzung seiner Vorgabe, während HSG-Trainer Matthias Bredemeier mit seiner Defensive haderte: „Da haben wir uns nicht die Aggressivität geholt, die wir für unseren Angriff benötigen. Folgerichtig setzten sich die Gastgeberinnen über 9:5 (18.) bis zur 14:9-Pausenführung, die durchaus deutlicher hätte ausfallen können, ab.

In der Kabine drehte Bredemeier erfolgreich an einigen Stellschrauben, so dass beim Gast plötzlich – begünstigt durch einige schlechte HSV-Abschlüsse – durch Dorothee Heusers gedankenschnellen Treffer zum 12:14 (33.) Hoffnung aufkeimte. Die stark aufspielende Josi Kelle erstickte diese aber mit einer energischen Einzelleistung zum 15:12. Neben dem Torerfolg musste die HSG noch eine Zeitstrafe gegen Rahel Rodehau hinnehmen. Plötzlich gingen die Köpfe wieder nach unten und in der Offensive unterliefen der HSG zum Teil haarsträubende Fehler, die das Grintz-Team konsequent mit Tempogegenstößen zur 19:12-Führung in der 40. Minute bestrafte.

„Mir ist es unerklärlich, wie wir nach dem guten Auftakt in die zweite Halbzeit nach leichten Fehlern den Kopf verlieren. Das passierte auch schon gegen Hahlen“, moserte Bredemeier. „Für mich war es ein wenig überraschend, dass wir nach der schlechten Phase nach der Pause nicht eingebrochen sind“, staunte Grintz über sein Team und mutmaßte: „Vielleicht dachten die Mädels: 'Heute sind wir endlich mal wieder mit einem Sieg dran."

HSV Minden-Nord: Dahle, Brandhorst, Hunger - Kelle 13/4, Schacht 3, J. Schröder 3, K. Schröder 2, Pross 2, Kehde 2, Viering 1, McCarthy 1, Martin, Hartmann, Thielmann

HSG EURo: Mindt, Pagels – Kleine 8/6, J. Rodehau 3, Rahel Rodehau 2, Heuser 2, Rhea Rodehau 2, Tegtmeyer 1, Bredemeier 1, Zydel 1, Danneberg, Gärtner, Arendt, Schnittker